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LGB – die Geschichte der großen Bahn Teil 1: 1968 und 1969 – wie alles anfing Eine neue Serie im Modell-Land Mit diesem Beitrag starten wir eine Serie über die Geschichte der LGB, von den ersten Loks 1968 bis heute. Teil für Teil gehen wir durch die Jahre: was neu ins Programm kam, welche Ausführungen es gab und woran Sie die frühen Modelle erkennen. Weil wir im Modell-Land jeden Tag mit LGB-Ersatzteilen arbeiten, sagen wir Ihnen auch, wo Sie die passenden Teile finden. Grundlage sind alte LGB-Prospekte und Preislisten, das LGB-Buch und die Hefte der LGB-Freunde Much. Zu den Ersatzteilen für LGB-Loks |
Die Firma dahinter Die Geschichte beginnt lange vor der Gartenbahn. 1881 gründete Ernst Paul Lehmann in Brandenburg eine kleine Spielwarenmanufaktur. Seine „Patentspielwaren“ wurden weltberühmt, darunter das hupende Auto „Tut Tut“ und das Flugzeug „Ikarus“. 1921 trat ein Cousin in die Firma ein, der Vater der späteren LGB-Gründer. 1948 wurde das Werk ohne Rechtsgrundlage enteignet, und die Familie Richter fing in Nürnberg neu an. Dort stellten 1968 die Brüder Richter etwas ganz Neues vor: die Lehmann-Groß-Bahn, kurz LGB. Das war eine Eisenbahn für drinnen und für draußen, auf 45 mm Spur. |
1968: Drei Loks zum Start Am Anfang standen drei kleine Tenderloks, im Prospekt schlicht „L.G.B-Lokomotive“ genannt:
Ein Detail, das Sammler lieben: Die Ziffern und das „LGB“ an den Seiten waren nicht gedruckt, sondern hauchdünn aufgedampftes Blattgold. Die Loks der günstigen Startpackungen hatten dagegen weder Goldbeschriftung noch Lokführer noch Beleuchtung. Übrigens hat LGB die Nummer 2040 später ein zweites Mal vergeben: Ab 1978 stand sie für das RhB-Krokodil. Wer Teile für eine 2040 sucht, sollte also wissen, welche er hat. ![]() Quelle: LGB-Katalog von 1968 (Auszug), Ernst Paul Lehmann Patentwerk Nürnberg (jetzt LGB Märklin) |
Technik, die man selbst warten konnte Beide Achsen trieb ein auswechselbarer 14-Volt-Gleichstrommotor an, über ein vollständig gekapseltes, wartungsfreies Getriebe. Die Räder waren aus Messing gedreht und hartverchromt. Treibstangen und Stephenson-Steuerung bewegten sich auf beiden Seiten mit. Den Strom nahm die Lok über alle vier Räder und Kohlebürsten ab, die Laternen wechselten mit der Fahrtrichtung. Nach wenigen Schrauben war das Fahrwerk vom Aufbau getrennt und der Motor getauscht. Zur Pflege empfahl LGB kein Schmirgelpapier, sondern ein paar Tropfen Feuerzeugbenzin auf einem Lappen. Regen und Schnee machten den Loks nichts aus, nur über Nacht sollten sie nicht draußen bleiben. Ersatzteile gab es von Anfang an: einen Lokmotor (2100), Kohlebürsten (2110) und sogar das komplette Fahrgestell. ![]() Quelle: LGB-Katalog von 1968 (Auszug), Ernst Paul Lehmann Patentwerk Nürnberg (jetzt LGB Märklin) |
Die ersten Wagen und zwei Startpackungen Das erste Programm bestand aus drei Personenwagen und Güterwagen nach sechs Vorbildern. Der braune 3000 nach einem Wagen der Niederösterreichischen Landesbahnen hatte eine Holzbeplankung, der grüne 3010 der Salzkammergut-Lokalbahn einen Oberlichtaufsatz auf dem Dach. Dazu gab es den Gepäckwagen 3020 der Pinzgauer Lokalbahn. Die Güterwagen reichten vom Plattformwagen 4000 für 14,50 DM über Niederbordwagen, offene und geschlossene Güterwagen bis zum weißen 4031 der Zillertalbahn für den Magnesit-Transport. Vorbildgerecht beschriftet waren die Wagen noch nicht. Die Personenwagen trugen ein großes LGB-Emblem, denn die neue Bahn sollte ja erst bekannt werden. Der Personenzug 20301 kostete 198 DM: die Stainz 2020, die Wagen 3000 und 3010, zwölf gebogene Gleise, Kabel und vier Figuren. Der Güterzug 20401 mit der 2040 und den Wagen 4020 und 4030 war mit 176 DM etwas günstiger. Auch die Kartons erzählen eine Geschichte: zuerst grau mit handgeschriebener Inhaltsangabe, dann gelb, später rot. ![]() Quelle: LGB-Katalog von 1968 (Auszug), Ernst Paul Lehmann Patentwerk Nürnberg (jetzt LGB Märklin) |
Strom und Gleis Weil die LGB für den Garten gedacht war, waren Trafo und Fahrregler getrennt. Der Transformator blieb im Trockenen. Der Regler mit höchstens 14 Volt durfte draußen stehen und sah aus wie ein kleines Stellwerkshäuschen. Kurios: Der erste Prospekt warb noch damit, dass sich der Regler auch an eine Autobatterie anschließen lasse. Beim Gleis gab es zwei Sorten. Die Aluminiumschienen waren für innen gedacht und nur kurz im Freien einsetzbar. Für draußen gab es das Gleis mit Messing-Vollprofil, und das „W“ hinter der Nummer stand von Anfang an für „wetterfest“. |
1969: Feuriger Elias, die erste Diesellok und Dampf aus dem Schornstein Im zweiten Jahr kam die 2050, die Kastendampflok „Feuriger Elias“. Ihr Vorbild ist die Straßenbahn-Dampflok Nr. 102 der Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (OEG), 1891 von Henschel in Kassel gebaut. Sie fuhr auf Meterspur, und im Maßstab 1:22,5 ergibt das genau die 45 mm der LGB. Unter der Verkleidung mit durchgehendem Dach verschwindet fast alles, was eine Dampflok sonst ausmacht; nur der Schornstein schaut heraus. Ihre sechs Schwestern wurden Anfang der 1950er-Jahre verschrottet, die 102 blieb erhalten. Mit der Schöma CFL 150 (2060) kam die erste Diesellok ins Programm. Die erste Ausführung von 1969 war grün mit rotem Fahrgestell (2060G). 1970 folgte die rote 2060, 1971 die gelbe 2060H mit Hupe. Passend dazu gab es eine Güterzug-Startpackung mit Diesellok (20501). Und 1969 fing es bei LGB an zu dampfen. Die 2010D, „D“ wie Dampf, hatte ein kleines Metallröhrchen im Schornstein, halb gefüllt mit Dampföl. Mehr steckte nicht hinter dem Geheimnis, das diese Lok und viele Generationen nach ihr zum Qualmen brachte. Preise kannten damals übrigens nicht nur eine Richtung: Die Lok 2010 kostete 1968 laut Preisliste 98 DM, 1969 nur noch 85 DM. |
Neue Wagen und Zubehör 1969 Die Personenwagen 3011 (rot/beige, Norddeutsche Inselbahnen) und 3012 (weiß/blau, Typ „Bayern“) sind Farbvarianten des 3010. Zusammen mit einer Stainz kamen sie zigtausendfach über Startpackungen unter die Leute. Ganz neu war der 3040 der Bahn Mixnitz–St. Erhard mit Haubendach, dazu kam der Gepäckwagen 3019 der Zillertalbahn mit Korbbogendach. Bei den Güterwagen lieferte LGB endlich den Kesselwagen 4040 aus, der schon im Prospekt 1968 stand: grau, mit „Petroleum“-Beschriftung. Bald folgten ARAL, SHELL, ESSO und BP. Der grüne BP-Wagen war am wenigsten beliebt, flog als Erster aus dem Programm und ist gerade deshalb heute gesucht. Neu war auch der Schotterwagen, rot als 4041 und grau als 4041G, nach einem OEG-Wagen von 1925. Sein Aufbau fasst gut einen Liter Schüttgut und wird über Schrägrutschen nach beiden Seiten entleert. Beim Zubehör kamen die 1968 angekündigten Handweichen 1200W und 1210W, das Entkupplungsgleis 1050W und eine 45 cm lange Gitterträgerbrücke (5060). |
Woran Sie frühe Stücke erkennen Gepäckwagen 3020 mit hellgrünem Kasten: stammt von 1968, ab 1969 war er grün. Grüner geschlossener 4030 ohne Güterwagen-Beschriftung: kein Fehldruck. Bis der 3020 fertig war, lieferte LGB den 4030 in Grün als Gepäckwagen. Weißer 4031: Der Kasten vergilbt unter UV-Licht. Wirklich weiße Exemplare haben ihr Leben im Karton verbracht. Auf der Tür steht mal „Magnesit“, mal „Magnesium“. Frühe Lok ohne Goldbeschriftung, Lokführer und Licht: Das kann die abgespeckte Version aus einer Startpackung sein. |
Ersatzteile für die Loks der ersten Stunde Viele Loks aus diesen beiden Jahren fahren bis heute. Für die vierstelligen Stainz-Modelle 2010, 2020 und 2120 haben wir eine eigene Kategorie: Stainz Dampflok LGB 2010 + 2020 + 2120 (ältere Modelle). Dort finden Sie Teile, die es nur für diese frühen Loks gibt, etwa das Halbschalengetriebe, Lokräder mit langem Zapfen und den alten Uni-Motor. Für die Schöma gibt es Schöma CFL 150 LGB 206x + 2x60x (ältere Modelle), für den Feurigen Elias die Kategorie Kastenlok LGB 2x500. |
Im nächsten Teil 1970 und 1971: die erste Elektrolok der LGB, gleich in sechs Farben, und die Dampflok Reihe U. |
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