Weichen per Hand gebaut

Tipps, Tricks und Fragen für Spur-G Eigenbauten. Welches Material ist am besten für einen Lokbau geeignet? Wie biege ich mein eigenes Gleis? uvm.

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'toyo'
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Weichen per Hand gebaut

Beitrag von 'toyo' » 12.11.2012, 23:41

Weichen einmal anders ... - "von Hand" gebaut ...
-------------------------------------------------------------
Titelbild
Bild

(Die weiteren Bilder wollen sich irgend- warum-auch-immer ... nicht automatisch
anzeigen lassen, bei Interesse bitte den Link anklicken, das sollte funktionieren)

Bild


Bild

Hinweis dazu : Ich baue "Schmalspur"-Gleise ! Die sehen etwas - vorab - "einfacher" aus als das Gleis der anderen Strecken
nach DIN, §§ und ... oder das "schöne" LGB-Gleis ...

Auf meiner Mini-Anlage (Rest einer ehem. Gemeinschaftsanlage) befindet
sich keine einzige LGB- o.a Indistrie-Weiche ! Alle sind Eigenbau, - Unikate - !
und für die entsprechende Stelle dort gebaut.

! Dieser Betrag stellt keine Bauanleitung dar - bitte nur als Anregung verstehen !

Erfahrungsaustausch und Anregungen ausdrücklich ERWÜNSCHT.

Ich bin Handwerker, das Schriftstellerische ist nicht mein Fachgebiet, ich bin aber um
um Verständlichkeit bemüht.

Aus zeitlichen Gründen habe ich den Text zu Hause vorgetippt, online wäre es in
diesem Umfang nicht möglich - ich spiele abschnittsweise ein. Mit dem Bild-Upload
habe ich noch keine Übung - sorry, wenn anfangs Fehler passieren :-(
-----------------------------------------


Teil I - der Gleisteil :
-------------------
1. Zuerst zeichne ich mir auf stärkeres Papier, zB. Zeichenkarton, den Verlauf der
Weiche mit geradem Teil und Kurve auf, Winkel so um die 15 Grad - der Winkel kommt
bei mir nicht auf das Grad genau an, da die anderen Gleise eeh handgebogene
Radien sind . Flexgleis ... aus in der DDR angefertigtem Alu-Schienenprofil . Dabei
zeichne ich Innen- und Außenkante des Gleisprofiles (des Fußes !), Abstand der
Innenkanten = 41 mm, auf. Der Mittenabstand gerades zu gebogenes Gleis am
V-Ende ist 8 cm.
Als Zirkel für die Kurve nehme ich einen Faden, mit dem ich einen Bleistift führe. Im
Mittelpunkt für R = xxx ist eine Reisszwecke als Drehpunkt. Ich stelle mir so eine
gezeichnete "Schablone" her ... Gleismitte, Außen- + Innenkanten. Das fertige Papier
klebe ich danach für den Bau auf eine Montageplatte (bei mir Sperrholz, 10er).
Bild 01

Bild

Die meisten meiner Weichen haben ca. 15 Grad, die hier auf dem Musterfoto hat für
einen bestimmten Zweck 7,5 Grad.
Zuletzt geändert von 'toyo' am 06.04.2013, 13:40, insgesamt 10-mal geändert.
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Beitrag von 'toyo' » 13.11.2012, 23:57

Fortsetzung :

2. Nach der gezeichneten Vorlage (Bild 01) biege ich mir dann gebogenen Teile und
säge entsprechende Längen zu, dazu die geraden Teile.
Für die Schwellen verwende ich Eiche - Abfälle, Reste beim Parkettlegen, auf
der Heim-Kreissäge und Bandschleifer auf Maße und Glätte gebracht, dann eine
Grundbehandlung mit Holzwurm-Ex (Vorsicht damit !) und Tränkung mit Halböl
(je 50% und Firnis Terpentin-Ersatz), Trocknungszeit je ca. 10 Tage.

Mit den Endshwellen L= 9 cm lege ich, für die flexible Gleisverbindung bei mir,
eine Plast-Schwelle (noch DDR-Hobbyproduktion ! der ehem. IG Mariental,
die "Halteeisen" - oder Schienenstühle - sind hier doppelt so breit wie bei LGB-
Schwellen) außen an, die innen mit einem Holzstück ausgefüllt und mittig mit
einer Bohrung für die Bodenarretierung versehen ist

Bild

Bild

Die originalen Verbindungsstreifen zwischen den Plast-Schwellen trenne ich bei
8 mm Länge, stemme diese Stücken in der Holzschwelle als Tasche aus und
befestige die Plasteschwelle dann damit an der Holzschwelle in diesen Taschen - es
entsteht so eine "Verbundschwelle" (Bild 03 ,URL oben). Diese 3 Verbundschwellen
befestige ich dann auf dem Montagebrett mit "Schablone".
Die Gleisenden der eingesetzten Profile enden mittig auf der Plast-Schwelle minus
1 mm (ergibt auf der Anlage den 2 mm Spalt).
In der Weichen-"Mitte" bringe ich die Schwelle an, wo die 2 V-Innenstücken zu
den Zungen hin aufliegen

Bild

setze ich eine Verbindunsschwelle zum Ausrichten der beiden V-Stücken

Bild

Dann kämen im Bereich des Herzstückes 2 Schwellen, die aneinanderliegen, dazu ist
noch kein Bild vorhanden, hier bin ich mit der Musterweiche noch nicht weiter ...

Bild

Ich spiele die weiteren Fortschritte als Bilder ein, wenn ich weiterkomme, zur Zeit
drängelt leider Anderes ...

... dann kämen noch einmal 2 Schwellen zusammen am Drehpunkt der Weichen-
zungen. Die "restlichen" Schwellen haben Abstände "nach Augenmaß" ca. 1,5 bis
2x mal Schwellenbreite.

Ein Musterbild ...

Bild

... zeigt ein Beispiel von einer fertigen Weiche + DKW-Kombination -
wirklich Eigenbau ! in dieser Machart, aber noch nach Vorbild Regelsteecke.

Teil 3 folgt.
Zuletzt geändert von 'toyo' am 06.04.2013, 13:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von 'toyo' » 14.11.2012, 20:54

Fortsetzung, Teil 3

3. Das Biegen der gebogenen Teile ...

Ich hab ja noch Alu-Profile ... Die lassen sich per Hand biegen, mit "über den Daumen
ziehen" + Drücken ... Wo Genauigkeit der Rundung notwendig ist, schiebe ich das
Profil durch eine 1986 selbergebaute Biegevorrichtung

Bild

Bild 09 zeigt sie mit einem gebogenen Stück,

Bild

Bild 10 ist meine Maßzeichnung von 1986 dazu.

Bild

Die Mittelrolle ist <--> verstellbar, ich kann mir dort stufenlos jede gewünschte
Rundung einstellen und das Profil durchschieben. Als Material diente damals
"Vorhandenes" aus der Bastelkiste und Keller :-) , u.a. Alu-Vierkant-Hohlrohr #
# 22 x 22 mm, Pertinax 4 mm stark, 1 Stück 30er L-Stahlwinkel, div. Schrauben etc.
Die Rollen sind aus 32er Pyacrill-Rundmaterial mittels HBM "gedreht" - auf Stärke
abgesägt, Mittenbohrungen 3, 4.5 und 6 mm, auf einer M6-Schraube festgespannt,
in die HBM, die Kanten nach dem Schienenprofil "gedreht" ... so daß es "saugend"
anliegt. Baujahr = 1986 !!! ... DDR

Messing-Flexprofil dürfte aber mechanisch widerstandsfähiger sein ... :-)
Noch nicht damit getestet ...

Ich fange mit einem geraden Stück an, stelle die Mittelrolle nach jedem Schubdurch-
gang 1 mm nach und schiebe das Profil wieder durch ... bis es die gewünschte
Biegung hat ...

Klingt simpel, aber man braucht doch etwas Übung. In den xx Jahren hab ich damit
langsam keine Probleme mehr. Hihi

Fortsetzung folgt
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Beitrag von 'toyo' » 19.11.2012, 10:10

Fortsetzung

4. Die Profil-Befestigung auf den Schwellen ...
Ich habe 2 Arten :
- soll das Gleis und "schön" aussehen, benutze ich Modellausführungen der Schienen-
stühle lt. Vorbild (sind glaube von Technomodell ... schon länger her) aus Plaste.
Diese Ausführung ist etwas Arbeitsintensiv ... Ausstellungsgleis :-)

Bild

Bild

- normales Gleis für meine "Schaukelanlage" nagle ich nur, d.h. ich bohre den Profil-
fuß innen und außen d 1,2 mm an und nagle das Profil auf die Schwellen (Nägel
schräg, "auf Zug"). Als Unterlage kommen Messingblättchen 1x6x12mm dazwischen,
wenn vorhanden auch aus Alu, imitiert den "Schienenstuhl".
Die Beschreibung ist zu dieser Bauart hier.

Bild

5. Aller 2 Schwellen ist das Unterlageblättchen im Bereich der Zungen so verlängert, daß
es "normal" unterm Außengleis festsitzt und bis unter die Zunge reicht, Stellung "offen",
etwa 3 mm länger. Damit die Zungen darauf gleiten können, verschleife ich sie mit einander.
Gleichzeitig dienen sie mit der elektrischen Verbindung Zunge <-> Außengleis.
(Und um im Freien der Korrosion hier etwas entgegenzuwirken, bekommen sie
gelegentlich ein Tröpfchen Öl).

6. Als Erstes werden die Außenschwellen und die Mittelschwelle mittig gebohrt und auf das
Montagebrett geschraubt, dann die Profile in die Endschwelle eingefädelt und befeistigt
(genagelt). Da die verwendeten Nägel (1,2x15mm) etwas länger als die Stärke der Schwelle
(9 mm) + der Profilfuß (2 mm) sind, nagle ich bis etwa zum Schwellenboden "vor",löse
die Weiche dann vom Montage-Brett ab, schlage alle Nägel durch, kneife die unter der
Schwelle ab, lege die Schwellen auf einen planen Eisenblock und schlage dann noch einmal
mit einem speziellen Dorn oben auf die Nägel, die sich dann unter der Schwelle
"verkrallen".
Danach sind die 4 Haupt-Profilteile schon fast "stabil", so daß ich die Weiche bei Bedarf
immer wieder ohne Verziehungen vom Montagebrett abnehmen kann (Bild 05).
Dann geht es links und rechts immer mit 2,3 weiteren Schwellen weiter - Weiche auf
dem Brett fixieren, die nächsten Schwellen einlegen, Profilfuß mit Bohrer d=1,2 mm
bohren, dabei die Schwellen mit 1,0 mm vorbohren, Nägel (1,2 x 15 mm) einschlagen -
fast bis durch, die Weiche vom Brett abnehmen, Nägel durchschlagen, abkneifen,
nachschlagen, Weiche wieder auf Brett schrauben, nächste Bohrungen ...
... bis alle Schwellen drauf sind ...
Dabei aber mit die 2 noch fehlenden inneren V-Festteile und den Drehpunkt der Weichen-
zungen beachten - die dazu veranwortlichen Schwellen sollten am richtigen Ort sitzen ! ...

Dann muß ma sich für die Bauart der Zungen entscheiden - lange Zungen, wie LGB oder
kurze Zungen, um Profil-"Rest"stücken zu verarbeiten ...

7. Bei 'kurzen Zungen' die beiden fehlenden inneren V-Festteile anfertigen und festmachen;
deren Längen werden von den Weichenzungen und vom Radius bestimmt (Bild 6) [ 06 ] :
- Stellweg ist bei mir 6 mm - also auch der Abstand geöffnete Zunge gegen Gleis.
- Die Zungen sind bei "geöffnet" parallel zum geraden Außenprofil.
- den Drehpunkt der Zungen habe ich "einfach so" bei 15 mm vom Außenprofil weg
festgelegt
Daraus ergeben sich (schon auf der gezeichneten "Schablone") die einzupassenden Längen
der beiden V-Stücken - 1x gerade, 1x gebogen - und die Längen der Zungen.

Ich habe aber auch Weichen gebaut, wo das innere V-Stück gleich die Zungen waren :-)
wie bei LGB. Vorbilgerechter ...
Es besteht da nur ein kleines Problem der Beweglichkeit im Herzstück, wenn dort dann
Verunreinigungen ins Spiel kommen :-( Das ist aber kontrollierbar.
In Innenraumverlegung kein Problem, wenn man nicht Sand dazwischen wirft ... :-)

Fortsetzung folgt
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Beitrag von 'toyo' » 19.11.2012, 19:46

Fortsetzung

8. Die Zungen ...
- lange Ausführung
Bild

- kurze Ausführung
Bild

... machen eine Heidenarbeit ...
Zuerst feile ich auf den Innenseite der 2 langen Profile eine laaaaaaangen Keil heraus,
in den die Zunge in Stellung "geschlossen" eingreift. Länge nach Radius etwas unter-
schiedlich, an der Zungenspitze ca. 1,5 mm tief + schräges Ende
Hier ist eine Paint-Zeichnung von mir dazu :

Bild.

Das Ausfeilen dieser Aussparung ist aber nur bei meinen Alu-Profilen notwendig, weil
ich dort die Zungenspitzen nicht so scharf wie bei Messing (LGB) machen kann - bei
Messing-Profil könnte diese Aussparung entfallen und die Zungen direkt anliegen.
Dann feile ich die Zungen auf der Außenseite zur Spitze hin schlank - bei Alu lasse
ich die Spitze wegen der Stabilität 1,5 mm stark - und so, daß sie "saugend" in der
Aussparung oben anliegen.

Am Drehpunkt bohre ich das Profil senkrecht durch, 0,8 - 1,0, 1,5 mm, und schneide
dann M2-Gewinde ein. Die "Drehpunkt"-Schraube M2 ist von unten durch die Schwelle
eingesetzt - mit Graphitfett.

9. Die beiden Zungen verbinde ich zwischen 2 Schwellen mit einem 8 mm breiten Stück
"Halbzeug" (Platinenmaterial, Elektronik) als Stellschwelle, die 30mm aus dem Gleis
herausreicht. wo die Stellmechanik bei 25 mm eingreift. Der Cupferbelag muß zwischen
den Zungen mittig ca. 10 mm breit entfernt werden, damit Innen- und Außengleis nicht
elektrisch verbunden sind (sonst Kurzschluß ...), in Innenraumverlegung kann diese Lücke
geringer sein.
Den Drehpunkt der Zungen im Stellstück bilden auch M2-Schrauben, von unten in die
Zunge.

Diese plumpen, etwas unschönen Halbzeug-Stellschwellen wollte ich schon immer mal durch
etwas Zierlicheres ersetzen ... bis jetzt noch nicht passiert, weil immer wieder Anderes
dazwischenkam :-(

Fortsetzung -Herzstück- folgt
Zuletzt geändert von 'toyo' am 06.04.2013, 14:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von 'toyo' » 19.11.2012, 19:52

Fortsetzung

10. Das Herzstück ...
Bild und

Bild

... stelle ich her, indem ich den Raum dazu mit 2-Komponentenspachtel aus dem
Fußbodenlegerbedarf ausmoduliere und nach dem Aushärten entsrechend vorfräse
(Dremel + Flexscheibe) und feinschleife. Geduldsarbeit ... Die Tiefe der Rille sollte
dabei so genau sein, daß bei aufsitzenden Radkränzen das Rad sich nicht vom Gleis
abhebt, an der X-Überschneidung aber auch nicht einsinken.

11. Da viele LGB-Loks diese Stromabnahme-Schleifschuhe zwischen den Rädern haben,
ist bei den Herzstücken etwas Nacharbeit erforderlich, weil die Schuhe breiter als
der Schienenkopf sind. Sie reichen seitlich darüber hinaus ...

Dort wo die 2 Gleisstücken als V zusammenführen (dort aber elektrisch NICHT verbunden
sein dürfen !), ist diese Kurzschlußgefahr beim Überfahren der Weiche ! Ich fräse in
diesem Bereich schon vor dem Aufbringen des Spachtels die Schienenköfe ca. 2mm tief
weg und spachtle das vor dem Verschleifen gleich mit aus. Somit ist dieser Bereich dann
gegen die Schleifschuhe isoliert.

12. An den Innenseiten der Außengleise sitzt ca. in Länge der Herzstücken ein Stück
"Zwangsschiene" - das vermeidet das Aufklettern der Räder an der V-Überschneidung in
den Herzstücken.

Fortsetzung folgt
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Beitrag von 'toyo' » 19.11.2012, 19:53

die Komplettierungen ...

13. Ist die Weiche in ihren Teilen und Schwellen komplett und die Zungen bewegen sich
ohne Klemmer, verbinde ich die elektrisch gleichen Gleisstücken mittels Cu-Litzestücken
( 1,75 # stark, an den Enden zu 2 mm-Ösen verlötet, am Fuß außen angeschraubt).
Anfangs hatte ich diese Brücken mal an die Messingblättchen unter den Profilen
angelötet, aber der Zinn altert im Freien zu sehr, was zu Kontaktproblemen bzw.
Abbrüchen führte, die Schraubversion hat sich bewährt.

14. An den Gleisenden bohre ich die Profile von jeher mit 1,5mm von der Seite her und
schneide M2-Gewinde ein (alias Bachmann-Gleis). Das anstoßenden Gleisstück verbinde
ich dort aber nur mit einer Cu-Litzenbrücke ELEKTRISCH, nicht mechanisch. Da die
Profile bei mir an den Stößen nicht wie bei LGB oder Bachmann verbunden sind, sind
die anfällig gegen Höhenunterschiede. Ich richte das Gleis da mit einem richtigen
Meßwagen (Eigenbau-Modell nach sächs. 18001) aus !, daß dort keine Höhenunterschiede
bestehen !
Da ich Gleisarbeiten meist im Frühjahr mache, belasse ich dabei dort eine Abstand von
von 2 mm -im Sommer wird der kleiner oder verschwindet, im Winter wird der etwas
größer - wo ich aber kaum fahre ... Und, meine Züge "tackern" dort beim Fahren fast
wie original :-)
Stoßfreies Gleis wie bai Bachmann oder LGB gefällt mir nicht so ... aber das ist
Ansichts- und Geschmacksache.

Fortsetzung -Stellmechanik- folgt
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Beitrag von 'toyo' » 19.11.2012, 20:18

Fortsetzung

Teil II - Die Stellmechanik ...

... hätte ich so einfach wie möglich halten können ... Um aber etwas "Farbe" auf die
Anlage zu bekommen, habe ich da etwas mit Material und Mechanik gespielt. :-)

Als Material dient Messingmaterial, rund 2 und 3mm, Blech 1, 1.5 und 2 stark.
Die beiden Stellhebel M (am Motor) und W (Weiche) fertige ich aus 2er Ms-Blech
bzw. 1er-Blech, aufeinandergelötet. Grob zuschneiden, bohren, feilen ...
Die Zwischenhebel, wenn benötigt, fertige ich aus 1.5er-Resten.

Gestänge bis zu einer Länge vn 150 mm stelle ich aus 2er Rundmaterial her. Länger hat
wenig Sinn, da es dann zum Durchbiegen tendiert, hier ist dann 3er Rundmaterial sicherer
(aber unschöner).

Beispielbild : Rechtsweiche, lange Zungen, Gestänge mit Zwischenlager-Hebel

Bild

Die einzelnen Teile (siehe auch dazu in den Zeichnungen unten)

Teil 1 - der Stellhebel W
Es ist ein L mit den Punktmaßen 15 mm für Primärschenkel und dem Sekundärschenkel
mit 3 Punkten bei 15 mm für 1:1, 20 mm für 1:1,25 und 20 mm für 1:1,5
Dieser Hebel überträgt die Schubbewegungen des Motors auf die Gestängestangen.

Teil 2 - Schubgestänge
Diese fertige ich lt. Längenmaß der Weiche - zuschneiden, beidseitig M2-Gewinde
schneiden, 1x 5mm und 1x 10mm lang. Auf dem 5 mm-Ende befestige ich das "feste"
Lager, M2-Mutter drauf, Lagerwinkel drauf, verlöten. Auf dem 10 mm-Ende die
gleiche Anordnung Mutter + Lagerwinkel, aber nicht verlötet - verstellbar.

Teil 3 - Zwischenhebel (-lager), wenn erforderlich
Dieses ist ein einfacher I-Hebel, nur Drehpunkt + die 3 Einhängepunkte für das
Gestänge. Er dient nur der Zwischenlagerung eines Gestänges, wenn dessen Länge mehr
als 150 mm wird oder der Gestängeverlauf aus der Geraden heraus verändert werden
muß. Der Drehpunkt befindet sich auf einer dazu verlängerten Schwelle.

Teil 4 - Umlenkhebel, wenn erforderlich
Dieser dient der Umlenkung des Stellweges um 30 - 90 Grad aus der Geraden heraus.
Ich nutze diesen, um den Gestängeweg, wen erforderlich, von einer Seite unter dem
Gleis hindurch auf die andere Seite zu verlagern, falls der Motor auf der anderen
Seite als der Schubpunkt der Stellschwelle ist.

Teil 5 - der Stellhebel W
Er ist ähnlich analog dem Hebel W gefertigt, und überträgt als letztes Teil der Mechanik
die Stellbewegung auf die Stellschwelle und die Zungen.

Teil 6 - Federstück (Stoß- und Zugvorrichtung) oder Einstellstück
Bei Verwendung des Einstellstückes (gerinfügige Variierung der Länge) ist der Druckpunkt
an den Zungen "hart". Der Schub- oder Zugweg des Gestänges muß auf den Millimater
genau stimmen ... Mit dem Federstück, daß einen geringen Längenausgleich (1-2mm)
federnd herstellt, ist der Druckpunkt an den Zungen "weich". Diese Anwendung ist
in der Praxis günstiger, da durch Temperaturschwankungen die Gestänge sich gerinfügig
in der Länge verändern. Man muß dann mot dem Einsteller nicht so oft herumstellen ...

Auf dem Bild oben ist ein Beispiel mit diesen Teilen zu sehen, eingehangen bei Ü 1:1.


Die 3 Einhängepunkte auf den Hebeln für das Gestänge ermöglichen durch deren Variierung
bei Bedarf den Ausgleich von geringen Differenzen bei Motorstellweg zu Zungenstellweg.

Bilder / Zeichnungen dazu :

Nr. 1
Bild

Nr. 2
Bild


In verschiedenen Bildern hier im Beitrag ist deren Anbringung oft zu erkennen.

Fortsetzung -Stellmotoren- und Ende folgt
Zuletzt geändert von 'toyo' am 06.04.2013, 14:33, insgesamt 4-mal geändert.
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Beitrag von 'toyo' » 19.11.2012, 20:30

Fortsetzung und Beitrags-Abschluß

Teil III - Die Antriebe ...

Ich habe da zum "Recycling" von weggeworfenen Lichthöhenverstellern (aus der Schrott-
kiste einer TOYOTA-Werkstatt) gegriffen. Die sind 12 V und haben Endabschaltungen :-)
bei 5 festgelegten möglichen End-Punkten. Wie gerufen für mich ! ...
Die Weichen stellen sich durch den motorischen Antrieb so "schön laaaangsaaam" wie
original - nich LGB- oder Piko-klick-klack ...

Die Antriebe enthalten einen kleinen 12 V-Motor, der über ein Getriebe ein Schubstück
hin-und-her bewegt, bis zum jeweilig eingestellten Endpunkt.

Als erstesm habe ich eine Grundplatte angefertigt, worin der Motorantrieb eingespannt
wird, das Schubstück mit einem 2mm-Rundmaterialstück in den Stellhebel eingreift
und diesen bewegt. Ich nutze 6mm Stellweg am Motor.

Paint-Zeichnung 1, Maße für die Grundplatte, Kabelfarben :

Bild

Paint-Zeichnung 2, Motoren, Maße :

Bild

Auf der Primär-Seite des Stellhebels ist ein Langloch ausgefeilt, damit es zu keinen
Klemmern im Schubweg kommt. in der Grundplatte ist ebenfalls im Bereich des Schubweges
ein Langloch ausgearbeitet - in das greift das 2mm-Rundstück ein und sichert damit die
Schubachse gegen Verdrehen.
Auf der Sekundär-Seite des Stellhebels habe ich 3 Einhängemöglichkeiten (M2-Schrauben),
die eine Stellweg-Übersetzung 1:1, 1:1.25 und 1:1,5 ergeben. Ich hänge die Gestänge
zuerst in der 1,25er-Schraube ein und variiere dann entsprechend sich evtl. ergebender
Differenzen beim Stellen der Weiche - es soll sich zwischen geschlossener Zunge kein
Spalt befinden, Abschaltpunkt und Zungenanlage möglichst übereinstimmen.

Als Material verwende ich für die Grundplatten-Teile Platinen-Halbzeug eus der Elektronik,
die etwas stärkere Version 2.0 mm.

Hierzu noch 2 Bilder von seit 8 Jahren eingebauten Motoren :

Bild 1 - Version 1, mit Abdeckung. Dieser Motor befindet sich "ungeschützt" auf
meiner Anlage. Diese Pycryll-Abdeckung schützt ihn etwas.

Bild

Bild 2 - Version 2, ohne Abdeckung. Dieser Motor befindet sich unter einem Stellwerk,
verdeckt.

Bild

Hier sind Detaisl dazu gut erkennbar.


Die Motoren haben bisher immer funktioniert - bis auf ...

- Regenguß bei Unwetter ...
Da die Antriebe nicht ganz dicht sind, lief Wasser rein und es kam zu Aussetzern.
Austausch ...

- Regenwürmerdreck ...
Die Würmer buddeln mit der Zeit durch kleinste Lücken Dreck da rein.
Klemmer, Aussetzer ... Austausch.

Da ich genug Ersatzmotoren habe, beschäftige ich mich dort NICHT mit Reparaturen,
sondern tausche immer gleich den kompletten Block aus. Geht ruck-zuck bei Bedarf ...

Das Gewindestück M6 (daran ist original die Scheinwerfer-Verstellungh)
an diesen Antrieben kann bis auf 5mm eingekürzt werden, da es nichgt benötigt wird.
Die Gegenseite erhält die 2mm-Bohrung für den 2er Stellstift.


Die elektrische Steuerung ...

... ist denkbar einfach :

- Anschluß der Betriebsspannung 12-14 V-, an rot ( + ) und schwarz ( - ).
- Durch Schalten des gewünschten Endpunktes (5 möglich, 2 benutzt) gegen Masse
läuft der Motor automatisch zu diesem gewählten Endpunkt und schaltet ab ...
Beim nächsten Umschalten wieder zurück zum vorherigen Punkt.

Die entsprechenden Farben bei Toyota-Antrieben sind der Zeichnung zu den
Grundplatten oben zu entnehmen. Der Schalter muß nur ein einfacher Wechsler
sein, also links- und rechts-Lage die Endschaltpunkte am Motor, Mitte an Masse (-).


Nicht zu verschweigen wäre, daß diese Eigenbau-Weichen nie 100%ig Wetterfest sind ! -
bei Einbau im Freien (wie bei mir ...) sind diese einer lfd. Wartung bedürftig !
Sauberhalten, Drehpunkte und Lagerblättchen der Zungen gelegentlich ein Tropfen Öl,
2x im Jahr mit Halböl die Holzschwellen behandeln, die Gestänge kontrollieren
und ggf. etwas Öl etc.

Bei Ruhezeiten der Anlage empfiehlt sich ein Abdecken, um den Witterungseinfluß etwas
zu verringern - ich habe dazu Pyacryllplatten in 5 cm Abstand auf "Füßen" drüber, die ich
bei Aufnahme des Fahrbetriebes einfach abnehme ...
... und wieder drauflege.

Empfehlung :
Die Abdeckung nicht direkt auf die Weiche auflegen - das Schwitzwasser
darunter schadet dann genauso wie der direkte Regen ...


Leider hatte ich nur eine sch..... Cam für die Bilder. Sorry

----- Beitrag-Ende ----------------------------------------------------------

Projekt und Beitrag : 'toyo' - P. Taute - dct605-toyo@live.de
.
Zuletzt geändert von 'toyo' am 06.04.2013, 18:42, insgesamt 4-mal geändert.
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Rangierleiter
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Beitrag von Rangierleiter » 05.04.2013, 22:48

Hallo Toyo (Peter)
Dein Beitrag über den Weichenbau hat mir sehr gut gefallen, vor allen deshalb, weil ich den Ersatz von R1 Weichen durch Eigenbau vorhabe. Bis jetzt ist aber nur eine einzige ,,fast" fertig. Das Problem war bis jetzt das Herzstück, es sollte einfach zu fertigen aber isoliert sein. Deine Methode wird die Lösung sein. Schlechte Erfahrung habe ich allerdings mit Holzschwellen und Kunststoffschienenstühlchen gemacht. Die Schwellen waren aus Lärchenholz, bei längerer Trockenheit wurden die Schienenstühlchen in den Bohrungen zu locker. Deshalb wird das Schwellenband bei mir aus 8mm Forx aus dem ganzen gesägt. Eine entgültige Lösung habe ich auch noch nicht für die Antriebe. Deine mit den Stellantrieben ist nicht schlecht, aber nicht so einfach kopierbar. Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen, bis dahin müssen es eben die von den R1 Weichen machen.
Der Rangierleiter

Wenn du tot bist, dann weisst du nicht, dass du tot bist. Es ist nur schwer für die anderen.
Genau so ist es, wenn du blöd bist!

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Beitrag von 'toyo' » 06.04.2013, 11:16

Hallöle - merci für das Interesse am Beitrag :)

Hmm, Lärchenholz habe ich allerdings da nicht in Verwendung - entweder
Eiche oder Buche (Restmaterial vom Parkettleger). Die Eiche lege ich nur
kurz in eingefärbtes Halböl (Firnis + Vetrdünnung), die Buche behandle ich
nach den Tränken noch farblich nach. Die Schwellen mit den Stühlchen habe
ich allerdings nicht auf meiner Außenanlage - dazu habe ich davon zu wenig Vorrat -
sondern nur für Ausstellungszwecke, wegen dem echteren "Look" ... :)
Das "Klapperproblem" hatte ich noch nicht. Der Hinweis war aber für andere
Interessenten gut - Nadelholz arbeitet anders als Hartholz !

Das FORX ist mir jetzt kein Begriff, evtl. kenne ich das nur unter anderer
Bezeichnung ? "Novatex" ? (hieß in der DDR so)

Den 2-Komponenten-Spachtel gibts auch in kleinen Mengen ("Reparatur-Pack,
z.B. bei Hinterseeer oder Hornbach, o.a.), ich selber habe G.s.D. ja die Quelle
Parkettleger ... da fallen immer Rester an. Ausgehärtet läßt der Spachtel sich gut
und leicht verschleifen.

Der Raparatur-Pack wäre "Thomsit R726 Blitzharz", Verhältnis Harz zu Härter
ca. 200:1 ... also Tropfenweise den Härter aus der Tube zusetzen und gut
vermischen - dann aber fix !, in 3 Minuten ist die Sache fest.

... die Rester sind meist "Bolta TK-Spezialkitt", selbe Verarbeitungsweise.

Die Toyota-Stellmotoren bei mir sind die 2. Garnitur ...
Zuerst hatte ich mir einen Antrieb gebastelt, der wie LGB "klick - klack" stellte,
2 gebenüberliegende Zugmagneten, die den Stellhebel hin- und her-zogen.
N-Antrieb auf G umgesetzt ...

a) gefiel mir eben das "klick - klack" nicht ...
Ich kenne das langsame Umstellen der Weichen noch von einer
DDR-Spur 1-Anlage "Potsdamer Garten" ...

b) verriegelte die Spulenversion nicht, so daß die Weiche spitz nie 100" sicher
zu befahren war ...

Durch Zufall kam ich dann 1993 - beim Basteln an der Autoelektrik - auf diese
Version mit den Toyota-Verstellern. Diese Verstellantriebe gibts aber auch noch von
anderen Auto-Marken, Lichthöhenverstellung gehört heute ja zur
Standardausrüstung ... damals wars eben neu und durch den Zufall von Toyota ...

Bei Interesse (Anfragen) kann ich ja mal diese Stellmotoren-Version detailierter
beschreiben - noch mal einen bauen und dokumentieren ... im Beitrag wurde
der ja nur so "miterwähnt" ...
.
Zuletzt geändert von 'toyo' am 06.04.2013, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.
Selberbauen beruhigt ... :-(

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'toyo'
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Beitrag von 'toyo' » 06.04.2013, 18:40

Ich habe heute mal ein paar Links zu den Bildern erneuert :)

Durch eine Änderung meiner Account-Einstellungen zu Google+ war das notwendig,
da ältere "directlink"s dadurch nicht mehr funktionierten.

2,3 Bildlinks am Anfang, die sich nicht automatisch als Bild darstellen, gingen
nicht mehr zu ändern, da mir die Originale dazu verloren gagangen sind :(
.
Selberbauen beruhigt ... :-(

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