Stellimpuls-Verstärkung

Fragen und Beiträge zu Schienen und Weichen. Gleise umbauen, Weichen elektrisieren uvm.

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'toyo'
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Stellimpuls-Verstärkung

Beitrag von 'toyo' » 19.11.2012, 21:08

Hallo, Gartenbahner :-)

Ich habe den Beitrag "Weichenverkablung" gelesen :-)
... ein Bastel- bzw. Umbauvorschlag :

Stellimpuls-Verstärkung für LGB-Antriebe
--------------------------------------------------

LGB- (und Piko-) Antriebe für G-Weichen arbeiten mit einem Drehanker, der einen
Permanentmagnet enthält und durch einen Stromimpuls aus der Lage gedrückt wird.
Mit der Zeit wurde der Stellvorgang auf der Anlage eines Freundes im Freiland aber
etwas "müde" und unsicherer ...

Eine kleine Zusatzelektronik richtet die 16V~ Zubehörspannung in eine Gleichspannung
um, lädt je einen Plus- und Minus-Elektrolyt-Kondensator, der bei Druck der Weichen-
taste einen kurzen Impuls liefert und den Antrieb deutlich besser (hörbar ...) umstellt.

Die Besonderheit hier ist, daß für ALLE Weichen ein gemeinsamer "Minus"-Draht
vorhanden ist - alle Weichen sind mit diesem über den gleichen Anschluß (zB. weiss)
miteinander verbunden. Vom Stellpult geht dann zu jeder Weiche nur noch ein einziger
"Plus"-Draht, über den entweder der Plus- oder Minus-Impuls fließt, welche entweder
die "links"- oder "rechts"-Taste vom (Gleisbild-) Stellpult auslöst.

Als Tasten müssen keine teuren Edeldrücker herhalten, kein teures LGB-Pult - es reichen billigste Klinkeldrücker von Reichelt, Conrad und Co. ...

Die Schaltung enthält die Stromversorgung für Die evtl. vorhandenen Weichenlaternen
- in Halbwellenbetrieb, die Birnchen werden genügend hell, aber nicht mehr mit 100%
Spannung verheizt ...

Sind für die Antriebe die Zusatzschalter vorhanden, kann eine Rückmeldung eingefügt
werden.

Versehentliches Drücken einer Taste der falschen Richtung bleibt hier wirkungslos !

Keine Angst, daß man den Antrieb "durchfeuert" ... Die Energie des ElKos reicht nur
für einen Impuls, dann ist wieder nur "Schleichstrom" vorhanden ... bis man den Taster
losläßt und der ElKo sich wieder aufladen kann :-) Das dauert aber nur kurze Zeit und
man kann den nächsten Impuls auslösen.

Für große Anlagen ist durch den gemeinsamen "Minus" und nur je ein "Plus"-Draht zu
den Weichen eine deutliche Kabeleinsparung möglich.

Die in der Zeichnung angegebenen 220 µF für die ElKos sind ein Richtwert. Größer als
1000 µF sollte er aber auch nicht sein ... Ich habe 470 µF / 50 V eingesetzt.

Bild : Schaltplan + Leiterplatten-Vorschlag, + Verdrahtungsplan (Paint-Zeichnung)

Bild


'toyo'
Selberbauen beruhigt ... :-(

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Beitrag von Sound-Design » 15.12.2012, 16:01

Diese Schaltung ist absolut sinnvoll!

Die Technik, welche LGB benutzt nennt man Halbwellen Gleichrichtung. Das heisst im Wechslestrom hat man immer nacheinander eine positive und eine negative Halbwelle.

Beim Brückengleichrichter mit 4 Dioden werden beide Halbwellen entweder positiv oder negativ gerichtet.

Beim Halbwellengleichrichter mit einer Diode wird nur die eine Halbwelle durchgelassen, die andere wird ausgesperrt.

Oxidieren Kupfer im Kabel und alle Schraubverbindungen mit den Jahren wird die Weichstellung "müde".

Der Kondensator speichert die Spannung der Halbwellen Gleichrichtung und überbrückt die jeweils ausgesperrte Halbwelle. Das gibt den notwendigen Bums.

Leider kann man die orangen LGB Weichenkästchen nicht mit dieser Schaltung rasch nachrüsten, da die darin verbauten Taster nur einfach und nicht doppelt sind wie in Toyos Schaltung. Da wurde leider zuviele gespart.

Ist aber eine gute Bastelei Toyo, habe ich jahrelang auch so eingesetzt.

Heinz
Stumme Fische schwimmen im Aquarium. Einen Zug soll man auch hören, dezent, aber echt. Klänge sollen so präzis wirken wie jedes optische Detail.

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Beitrag von 'toyo' » 09.02.2013, 19:13

Da immer wieder Fragen zu den Antrieben, Verkabelung etc. auftauchen,
habe ich mich noch einmal mit der 1. Zeichnung befaßt - diese in 2 Teile
geteilt und das "Problem" 3polig (Antrieb 1206, Stellpult 5075) eingebaut.
Die ältere Version des Stellpultes, 5075, NICHT 5075N !) ist auch auf so
eine Impulsverstärkung umbaubar - womit der etwas schwierigere Umbau
des Antriebes enfallen kann. Allerdings bleibt es dann bei den 3 Drähten ...

Neue Zeichnung für meine erste :
Bild

Neue Zeichnung für 1206 + 5075 :
Bild

Vielleicht helfen die beiden Blätter weiter. Eine Datierung + "Copyright"
habe ich mir dort erspart. Ihr dürft sie also zum Bsteln benutzen ... :)

toyo

aso.. ich habe dabei versucht, den Unterschied zwischen dern 2- und
3-poligen Version der Geräte verständlich zu machen :)
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Beitrag von Sound-Design » 09.02.2013, 23:52

Diese Anleitung ist in jeder Hinsicht korrekt und empfehlenswert. Die verbauten Kondensatoren kompensieren quasi die fehlenden Dioden, so dass trotz Halbwellen Gleichrichtung die volle Spannung wirkt.

Meine Drähte waren nach 20 Jahren im Garten stark korrodiert. Die Rohre waren wirklich voll Drähte. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Isolation der Drähte im feuchten Rohr leicht aufquillt. Das hat gereicht, dass ich die Drähte nicht mehr rausziehen und ersetzen kann.

Ich habe der Not gehorchend die Drähte in ihrem Rohrgrab gelassen und Weichen Decoder eingebaut. Wäre nicht das Kabelproblem aufgetreten, hätte ich meine Weichen kaum je digitalisiert. Dabei habe ich die angenehme Eigenschaft entdeckt, dass sie gleich volle Gleichspannung an die Antriebe abgeben und die Weichen sehr kraftvoll stellen.

Ich habe in meiner Anlage Weichendecoder von LGB, Dietz, Litfinsky und Zimo eingebaut. LGB/Massoth und Zimo haben wetterfeste Ausführungen. Das funktioniert wie erwartet alles klaglos zusammen, ist ja auch normiert das Zeugs, da kann man getrost alle Fabrikate mischen.
Jene von Zimo und Dietz können auch Zwangsgeschaltet werden. Ich kann mit einem Taster aus dem bestehenden Brettstellpult, mit den orangen LGB Schaltkasten oder mit dem LGB Reed zwischen den Schienen genau wie früher die Weiche stellen. Nur geht der Impuls auf diese Decoder und von da auf die Weiche.

Liege ich lieber faul im Liegestuhl, oder bin ich gerade am Grill unabkömmlich, will ich verwegen neben meinem Zug mitgehen, dann stelle ich dieselben Weichen mit dem Funky in der Hand.

Heinz
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